Dropshipping – so geht’s richtig!

Aktualisiert am: 30. April 2020 * Lesezeit: ~ 6 Min.

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Der aktuelle Trend im Online-Handel ist das Dropshipping. Das System verspricht eine einfache Abwicklung von Bestellungen im E-Commerce, niedrigere Kosten und eine sinnvolle Aufteilung von Ressourcen. Der Online Händler kann sich allein auf seine Webseite und das Marketing konzentrieren – der Dropshipping-Partner übernimmt die Lagerhaltung, die Verpackung der Ware und den Versand.


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Besonders beliebt ist das Dropshipping im Bereich des Textil-Handels. Hier kann jeder leicht bei einem Dropshipping-Partner, der sich auf Kleidung spezialisiert hat wie Paniho-Shirts, die Kleider drucken und versenden lassen. Man selbst muss dann nur noch das Design der T-Shirts und das Marketing übernehmen.

Aber ist Dropshipping wirklich so leicht? Was gilt es zu beachten? Welche rechtlichen Fallstricke gibt es und überhaupt: Wie geht Dropshipping richtig?

Wie funktioniert Dropshipping?

Bisher war der E-Commerce meistens eine Sache zwischen einem Online-Händler und einem Kunden. Es gibt aber immer mehr kleine Online-Shops, die sich kein eigenes Warenlager leisten können oder wollen.

Hier hat die Logistikbranche eine Marktlücke entdeckt, von der alle Beteiligten profitieren können. Der Kreislauf des Online Handels hat sich um einen Akteur erweitert. Online Händler müssen nun nicht mehr selbst das Management der Ware übernehmen.

Der Händler ist dafür verantwortlich, dass der Online-Shop ansprechend gestaltet ist und richtig beworben wird. Wenn ein Kunde beim Online Shop ein Produkt bestellt, geht die Bestellung vom Händler direkt zum Dropshipping-Partner, der die Ware verpackt und versendet. Der Händler hat damit nichts mehr mit dem Versand zu tun. Er muss nur sicherstellen, dass genügend Ware im Lager des Dropshipping-Partners vorhanden ist, damit die Waren schnell versendet werden können.

Eine noch einfachere Variante ist, wenn der Online-Händler, bei dem die Kunden bestellen, selbst nur noch Zwischenhändler ist und die Bestellungen direkt an einen Großhändler oder sogar den Hersteller selbst weiterleitet.

Was sind die Vorteile von Dropshipping?

Die Vorteile des Dropshipping Modells liegen auf der Hand. Gerade für kleine E-Commerce Händler oder Gründer, die ihr E-Commerce Unternehmen gerade neu eröffnen, ist das Modell von großem Vorteil. Sie brauchen durch die Kostenersparnis deutlich weniger Startkapital.

Der Händler muss kein Warenlager anmieten und bei der Kooperation mit einem Großhändler bzw. Hersteller auch keine Ware ankaufen, ohne zu wissen, ob er überhaupt Abnehmer finden wird. Er kann sich ganz auf die Optimierung des Online-Shops konzentrieren, Marketing betreiben und an seiner Reichweite arbeiten. Alle Bestellungen gehen automatisch an den Versender.

Auch bei etablierten oder größeren E-Commerce Unternehmen hat das Dropshipping Modell Vorteile. Der Händler muss sich nicht um überzählige Produkte sorgen und kann die niedrigen Anfangskosten auch einfach bei neuen Produkten nutzen, um diese so gut wie risikofrei zu testen.

Welche Nachteile hat das System Dropshipping?

Das System Dropshipping hat selbstverständlich auch Nachteile. Der Händler hat wenig Einfluss auf die Zufriedenheit seiner Kunden und Dropshipping verursacht Kosten, die die Marge des Händlers reduzieren.

Dadurch das der Dropshipping-Partner von seiner Dienstleistung auch einen Gewinn erwirtschaften möchte, kostet das Dropshipping insgesamt in der Regel mehr, als eine eigene Lagerhaltung und ein eigener Versand kosten würde.

Hier ist eine sorgfältige Kalkulation notwendig. Wie teuer ist das Dropshipping-Angebot von einem seriösen und vertrauenswürdigen Partner? Wie teuer wäre der Lagerplatz? Kann man die Workload von Verpackung und Versand überhaupt selbst übernehmen? Hier ist die Kalkulation schwierig, denn wie viel Arbeitszeit wirklich in Verpackung und Versand investiert werden muss, hängt stark von Erfahrung ab.

Das zweite große Problem mit Dropshipping ist, dass man als Händler nur wenig Einfluss auf die Verpackung und auf den Versand hat. Diese Arbeit vertraut man komplett einem Dienstleister an und ist von dessen guten und gewissenhafter Arbeit abhängig.

Wenn die Ware nicht richtig verpackt wird und beschädigt beim Kunden ankommt, kann man als Händler nichts dafür – die Arbeit hat schließlich ein Dienstleister übernommen. Trotzdem ist man selbst ganz allein dafür verantwortlich, das die Ware unbeschädigt und zügig beim Kunden ankommt.

Rechtliche Aspekte des Dropshippings

Auch unter daten- und verbraucherschutzrechtlichen Aspekten muss einiges beim Dropshipping beachtet werden.

Das Problem beim Dropshipping verglichen mit konventionelle E-Commerce ist, dass der Online Händler die personenbezogenen Daten des Kunden nicht nur selbst verarbeitet, sondern diese an einen Dritten, nämlich den Dropshipping-Partner weiterleitet. Dieser braucht die personenbezogenen Daten wie Name und Adresse für den Versand.

Das neue deutsche und europäische Datenschutzrecht legt strenge Maßgaben vor, wann überhaupt personenbezogene Daten weitergegeben werden dürfen. Es gibt zwei verschiedene Wege, die Datenübermittlung rechtlich einwandfrei möglich ist.

Entweder schließt der Händler mit seinem Dienstleister eine Auftragsdatenverarbeitung entsprechend §11 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ab. Hierdurch wird der Dropshipping-Partner Datenschutzrechtich eine Art „Abteilung“ des Händlers und damit findet juristisch keine Datenübermittlung an eine dritte Partei statt.

Die andere Möglichkeit ist die Datenübermittlung entsprechend §28 BDSG. Wenn die Datenübermittlung notwendig für die Erfüllung eines Auftrages ist, dürfen die Daten auch an eine dritte Partei übermittelt werden. In diesem Fall sollte der Online Händler allerdings ausdrücklich auf diese Datenverarbeitung in seiner Datenschutzerklärung hinweisen.

Verbraucherschutz und Dropshipping

Wenn die Ware zurückgegeben wird, entweder weil sie beschädigt beim Kunden angekommen ist oder weil dieser von seinem Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen gebraucht macht, kommt die Ware immer beim Online Händler, und nicht beim Dropshipping-Partner an. Denn die Ware wird immer an die Adresse des Händler retouriert – denn der Dropshipping-Partner tritt für den Kunden gar nicht in Erscheinung.

Das bedeutet, dass beim Händler ärgerliche Retouren eingehen, um die er sich kümmern muss – obwohl er den Versand an einen Dienstleister auslagern wollte.

Wie geht Dropshipping richtig? Die besten Tipps vom Experten

Viele Unternehmen wirtschaften trotz der Nachteile des Dropshippings erfolgreich mit diesem System. Sie weisen auf die typischen Fehler hin, die beim Dropshipping auftreten können.

Ein großer Fehler ist ein fehlender Bezug zu der verkauften Ware. Wer diese nicht physisch vor sich sieht oder die Möglichkeit des Dropshipping nutzt und unheimlich viel Ware verkauft, der ist vielleicht gar nicht selbst ausreichend informiert, um Kunden eine optimale Beratung anbieten zu können.

Ein weiterer Fehler ist, dass man die technische Infrastruktur hinter dem Dropshipping System nicht unterschätzen darf. Man kann zwar von überall aus mit diesem System arbeiten, wo man nur eine Internetverbindung hat – aber diese Internetverbindung muss immer stabil sein. Der Server muss viel Rechenleistung anbieten können, um die vielen Aufgaben durch die Aufträge und deren Weitergabe auch bewältigen zu können. Die Prozesse hinter einem Dropshipping-System müssen immer wieder optimiert werden.

Der größte Fehler ist meistens, dass die Kosten des Dropshippings nicht richtig kalkuliert werden. Dropshipping reduziert immer die Marge. Obwohl das ein Teil des Systems ist, werden die Kosten bei der Kalkulation nur zu gerne unterschätzt, was die Rentabilität des ganzen Projekts in Frage stellen kann.


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