Vor einiger Zeit habe ich im Deutschlandfunk eine Doku über einer Geschäftsidee gehört. „Futtern wie bei Muttern“. Hausgemachtes Essen aus Privatküchen für Leute die keine Zeit haben für sich selbst zu kochen. Klingt nach einer guten, lukrativen Geschäftsidee.

Der Lieferservice aus Chinas Privatküchen

Ende Mai 2016 strahlte der Deutschlandfunk eine Sendung aus, die mich etwas zum staunen brachte. Ich dachte mir, ob das bei uns in Deutschland auch nur im entferntesten möglich wäre? Die Idee ist gut. Geschäftsleute im China, die oft Hunderte bis Tausende Kilometer vom Elternhaus entfernt wohnen aber doch Hausgemachte Speise essen wollen. Diese bestellen via App ihr Wunschgericht. Dies kommt dann per Lieferservice nach Hause oder ins Büro. Die Geschäftsidee hatte eine clevere Asiatin, die bereits durch den „Fahrdienst Uber“ viel Know How gesammelt hat.

Sie entwickelte eine App, wo unzählige Gerichte zu finden sind. Egal ob einfache Speisen, deftiges aus dem Norden oder scharfes aus dem Süden Chinas. Zubereitet wird das Essen in kleinen, authentischen Privatküchen Chinas. In der Doku wird von einen 58 jährigen Rentnerin berichtet, die im 15 Stock im Pekinger Stadtteil Tschau Yang in ihrer 5m² kleinen Küche Menüs nach Bestellung zubereitet. Auf der Schürze steht „Zum Essen nach Hause kommen“. Die Frau bessert damit ihre sehr mickrige Rente auf, von der sie nicht leben könnte. Von dem Einnahmen der Gerichte, kann sie hingegen Leben. Es kommen oft 3 bis 4 Bestellungen auf einmal rein, sie kocht dann bis zu 10 Gerichte auf 2 Gasherd-Kochplatten. In der Spitze bereitet sie bis zu 80 Gerichte am Tag zu. Zwischenzeitlich parkt sie Töpfe auf dem Fußboden, weil der Platz nicht ausreicht. Pause wird in freien Minuten gemacht. Sie beginnt ihren Tag um 6 Uhr mit Ordnung machen, holt die Lebensmittel dann ab 8 Uhr. Oft arbeitet sie bis 21 Uhr und schläft dann beim eigenen Essen ein.

Das Startup-Unternehmen sorgt dann für den Lieferdienst und der Qualitätskontrolle. Kunden können in der App ihr Menü bestellen. Jeder Privat-Koch darf eine übersichtliche Auswahl bereit stellen, von den Nutzern wird dieser dann bewertet.

Gedankensplitter

Während der Doku dachte ich mir, ob dies wohl hierzulande möglich wäre? Das Startup sorgt zwar für die Qualitätskontrolle, aber von Hygiene war keine Rede. Jeder weiß, dass es in einer privaten Küche nicht steril zu geht. Im privaten Bereich auch sicher kein Problem. Auch wie es mit der Haftung aussieht, wenn die Qualität nicht stimmt, blieb offen. Die Idee ist sicher nicht schlecht und für die gestressten Chinesen eine tolle Sache. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch in Deutschland Willkommen wäre. Aber wäre es hier umsetzbar?

 

Bilderquelle: Uwe Wagschal / pixelio.de

Quelle: Futtern wie bei Muttern, DLF 22.05.2016


Wer schreibt hier

 Wer schreibt hier? Mehr über den Autor...


Unterstützung

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen und weiter geholfen hat, würde ich mich über einen kleinen Beitrag für die redaktionelle Tätigkeit sehr freuen! Vielen Dank für Ihrer Unterstützung!


Anzeige