Es passiert leider nicht selten, dass es beim Wechsel den Telefon- / DSL-Anschlusses Probleme gibt. Ein Problem könnte die seit Oktober 2009 eingeführte Telekom-Schnittstelle „Wita“ (Wholesale IT Achitecture) sein. Doch diese Software sorgt seit der Einführung – bis heute – für Probleme, wie dieser Bericht zeigen soll.

Telekom-Schnittstelle in der Kritik der Mitbewerber – Probleme beim Anbieterwechsel

Will ein Kunde der Telekom zu einen anderen Anbieter, muss der neue Anbieter wie 1&1, Vodafone, etc. seit Oktober 2009 die Umschalt-Aufträge mit Hilfe einer einheitlichen elektronischen Schnittstelle an die Telekom melden. Diese Software/ Schnittstelle heißt „Wholesale IT Achitecture“, kurz „Wita“. Leider sorgt diese neue Technik für reichlich Probleme. Zwar spricht die Telekom von „anfänglichen Problemen“, aber auch jetzt gibt es immer noch Probleme bei einigen Wechsel-Aufträgen. Das Größte Problem ist, das Wita vor jeder neuer Schaltung zwingend eine Kündigung des Anschlusses voraus setzt. Kommt es dann zu Umschaltungsschwierigkeiten, läuft zwar die Kündigung weiter, nicht aber die Neuanschaltung. Die muss dann von Hand vorgenommen werden. Da kommt aber gleich das zweite Problem: die Software meldet nicht den Status der Auftrags. Dem neuen Anbieter wird weder ein Ampel-Symbol, noch Meldungen wie „OK, hat geklappt“, „Nein, hat nicht geklappt“, „Übernahme noch nicht vollständig“. Und dann beginnt eine mühsame Fehlersuche, denn manuelle Eingriffe in den Wita-Prozess sind anscheinend nicht vorgesehen…

Die Telekom-Konkurrenten wie 1&1, Vodafone, Alice, … sprechen von „Wettbewerbsbehinderung“. Und in der Tat, denke auch ich das es so sein wird. Schließlich will der Konzern seine Kunden behalten. Aber sehr dubios ist, das es auch Probleme gibt, wenn ein Kunde zurück will. Denn auch da gibt es Probleme. Vielleicht soll das heißen „Werste lieber bei uns geblieben…“ 😉

Die Unternehmen sind also auf die Information durch den Kunden angewiesen, wenn etwas nicht funktioniert. Auch mein Tipp für meine Kunden ist immer, „Wenn man nach 3 Wochen nichts gehört hat – bitte Info an mich“ Ich setze mich dann immer mit dem Leitungs-Management von 1&1 in Verbindung und melde die Verzögerung meiner Kunden-Aufträge.

Missbrauchsverfahren von den Mitbewerbern eingeleitet

Auf Antrag von Mitbewerbern der Telekom hat die Bundesnetzagentur ein Missbrauchsverfahren eingeleitet, allerdings bisher ohne Ergebnis. Da die Probleme auch bei „Rückkehrern“ vorkommt, gibt es kein Beweise für die „Behinderung der Telekom“. Vielleicht ist das aus diesem Grund gewollt…?

Kurz zu Technik

Wita ist eine Software, welches bei das Ziel hat, die interne IT zu modernisieren und die Prozesse durchgängiger und besser zu machen. Daran hängt auch die Wita-Schnittstelle für alle Mitbewerber der Branche, die Vorleistungen (insbesondere Telefonanschlußleitungen und DSL), die bei Telekom einkaufen. Störungen sind definitiv kein Gegenstand dieser Schnittstelle sonden der dazuhörigen Software. Da das Resale-Geschäft durch die geringen Gewinne im Niedergang ist, ist jeder Anbieter auf dieser neue Schnittstelle angewiesen.

Von all diesen Details hat nun der Kundenservice wiederum recht wenig Kenntnis. Dass die Kommunikation an diesen nicht so richtig gut funktioniert, ist tatsächlich ein Problem des Mitbewerbers, zumal dieser durchaus die Wahl hat, eine 2. neue Leitung zu stellen bzw. zu verlegen. Aber das rechnet sich eben bei diesen Endkundenpreisen nicht und so bleiben nur die Leitungen der Telekom.

Mein Fazit

Auch in der heutigen Zeit, wo die Telekom seine Leitungen frei geben muss, gibt es immer wieder Probleme. So bleibt die Telekom der Monopolist der Branche und alle müssen sich danach richten. Die Software/ Schnittstelle ist zwar theoretisch „gut gemeint“, aber nicht ausgereift. Und da das Problem nur durch die Telekom gelöst werden kann, wird es auch noch eine weile dauern… Es war und wird so bleiben: nur die Telekom darf an seinen Leitungen und dem Netz ran, und dazu gehört auch die Wita-Schnittstelle.