Vor 3 Wochen habe ich mich im letzten Beitrag mit der Shop-Software Shopware genauer befasst. In einer ähnlichen Liga schwimmt ein noch bekannterer Anbieter: Magento. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Vergleich der beiden Kontrahenten sowie der Herausarbeitung der wesentlichen Unterschiede.


Magento vs. Shopware

Wer auf der Suche nach dem optimalen Onlineshop ist, wird von den Angeboten förmlich überrollt. Größere Unternehmen werden vermutlich früher oder später bei Magento oder Shopware landen. Doch welche Shop-Software ist die beste für das eigene Projekt und wo liegen die genauen Unterschiede? Diese Fragen gilt es nun zu beantworten.

Wie bereits erwähnt, ging es auch in meinem letzten Beitrag um Shopware 5 und dessen Besonderheiten. Einen großen Vorteil stellt die Community Edition von Shopware dar, mit welcher man bereits kostenlos mit der Entwicklung seines Online-Shops beginnen kann. Wie verhält es sich diesbezüglich mit Magento? Hier gibt es ein ähnliches Preissystem, da auch Magento in der Community-Version kostenlos erhältlich ist. Bei einem genaueren Vergleich klafft die Schere allerdings doch etwas weiter auseinander. Während die kommerzielle Version von Shopware bereits für 1.300 bis 6.000 EUR erhältlich ist, kostet Magento in der Pro-Version stolze 15.000 EUR je CPU-Kern und Jahr (Cloud-basierend). Es lässt sich schnell erkennen, dass die kommerzielle Version nicht unbedingt in einer ähnlichen Liga schwimmt. Man kann aber festhalten, dass für einen Shop-Betrieb in einer überschaubaren Größe beide Shops in der Community-Version durchaus einsatzfähig und entsprechend erweiterbar sind.

In der Benutzung und Einarbeitung stößt man auf die nächsten Unterschiede. Da ich mit beiden Shops gearbeitet habe, kann ich sagen, dass sich die Einarbeitung in Magento deutlich schwieriger gestaltet als in Shopware. Man sollte sich hier am besten von einer erfahrenen Magento Agentur betreuen lassen, da man auf Dauer tiefere Programmierkenntnisse benötigt. Ein Hersteller-Support ist in der kostenlosen Version jeweils nicht enthalten. Kann die Community nicht helfen, „sieht man ziemlich alt aus“. Shopware hingegen ist da etwas einfacher, aber auch hier kommt man ohne Unterstützung schnell an seine persönlichen Grenzen.

Die Möglichkeiten die einem durch die Shop-Software geboten werden sind beeindruckend. Beide Shops können erweitert und nach den eigenen Wünschen angepasst werden. Für Shopware gibt es rund 2000 Plugins mit denen der Shop aufgewertet werden kann. Bei Magento hingegen sind es deutlich mehr – mittlerweile an die 10.000 Stück! Da es sich bei Magento im Gegensatz zu Shopware jedoch nicht um eine deutsche Software handelt, ist Magento nach der Installation nicht direkt für den deutschen Markt vorbereitet. Hierfür gibt es Erweiterungen die unbedingt eingespielt werden sollten, um die deutschen Rahmenbedingungen zu erfüllen. Eine Alternative ist das “German Setup“, welches ebenfalls auf Magento Connect, dem Portal für Plugins und Themes, erhältlich ist.

Die Administration

Wie bereits beschrieben, findet man sich ohne Einarbeitung in Magento nur schwer zurecht. Die Möglichkeiten sind so komplex, dass man alleine schnell verzweifeln würde. Wer sich nicht auf die Hilfe der Community verlassen möchte, sollte immer auf eine Agentur zurückgreifen. Jeder Tag der ansonnten wartend ins Land geht ist schließlich verlorenes Geld. Auch wenn Shopware um ein vielfaches verständlicher ist, empfiehlt es sich zumindest zur Anfangszeit professionelle Hilfe ins Haus zu holen.

Ist man jedoch erst einmal eingearbeitet, kommt man nach und nach mit beiden Shop-Systemen zurecht. In beiden Shops findet sich die Navigation im oberen Menü. Magento öffnet die Seiten ganz klassisch, Shopware öffnet kleine Fenster wo man schnell zwischen Anwendungen wechseln kann. Es gibt praktisch keine Grenzen der angebotenen Möglichkeiten.

Fazit

Mit beiden Shop-Systemen kann man zunächst kostenlos starten. Beide sind nach Belieben erweiterbar, so dass der Shop gemäß seinen Anforderungen wachsen kann. In beiden Fällen empfiehlt sich professionelle Unterstützung neben der Möglichkeit der großen Community. Sicher wird es Unterschiede in den Stundensätzen der Agenturen geben, wie auch in den Anschaffungskosten der Pro-Versionen. Magento richtet sich in der kommerziellen Version schon eher an größeren Unternehmen, die auch über das nötige Budget verfügen. Letztendlich muss man sagen, dass Magento über Shopware steht und auch ein noch größeren Einsatzgebiet abdeckt. Das werden aber nur Betreiber mit außergewöhnlichen Voraussetzungen zu schätzen wissen.

  • War dieser Artikel hilfreich?
  • Ja   Nein

Wer schreibt hier

 Wer schreibt hier? Mehr über den Autor...


Unterstützung

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen und weiter geholfen hat, würde ich mich über einen kleinen Beitrag für die redaktionelle Tätigkeit sehr freuen! Vielen Dank für Ihrer Unterstützung!


Anzeige