Kryptowährungen fürs Onlineshopping

Kryptowährungen fürs Onlineshopping nutzen – Pro und KontraLesezeit ~ 6 Min.

Beitrag aktualisiert am 3. Mai 2021

Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple haben ihr Nischendasein längst verlassen und sind im Mainstream angekommen. Während manche Kryptowährungen für reine Spekulationsobjekte halten, sprechen andere von einer Revolution des Zahlungswesens.

Während sich die Experten diesbezüglich noch streiten, ist die E-Commerce Branche längst weiter und zahlreiche Onlinehändler bieten bereits Kryptozahlungen an. Sind Kryptowährungen also tatsächlich eine Möglichkeit, Bestellungen im Internet schnell und unkompliziert zu bezahlen oder eher ein attraktives Anlageobjekt für Investoren und was sollten Onlineshop-Betreiber in diesem Zusammenhang beachten?


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Viele haben ein verzerrtes Bild von Kryptowährungen

Vor allem die rasante Kursentwicklung des Bitcoins hat Kryptowährungen in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Die enormen Wertsteigerungen innerhalb kürzester Zeit haben allerdings bei den meisten Verbrauchern den Eindruck erweckt, dass es sich bei Kryptowährungen um eine Art Glücksspiel handelt, bei dem es darum geht möglichst schnell reich zu werden. Bitcoin ist allerdings nur eine, wenn auch die bekannteste und bislang wertvollste Kryptowährung. Daneben gibt es mittlerweile eine enorme Anzahl an anderen Kryptowährungen, auch haben Länder wie Venezuela mittlerweile eine eigene Kryptowährung eingeführt, Dänemark hat die E-Krone in einem Pilotprojekt eingeführt und auch der E-Euro steht bereits in den Startlöchern. Langfristig werden sich für Kryptowährungen in jedem Fall Anwendungen abseits des reinen Anlegens finden ergeben, insbesondere das Internet der Dinge bietet hier großes Potenzial.

Es gibt also eine Vielzahl an unterschiedlichen Kryptowährungen, die nicht unbedingt alle miteinander verglichen werden können. Somit haben die meisten Verbraucher ein verzerrtes Bild, was die Sinnhaftigkeit und Zweckmäßigkeit von digitalen Währungen angeht.

Vor – und Nachteile abwägen

Ob es von Vorteil oder Nachteil ist Kryptowährungen als Bezahloption anzubieten, kann nicht immer eindeutig beantwortet werden. Während es durchaus Vorteile für Händler und Kunden gibt, kann sich das Anbieten entsprechender Verfahren auch als nachteilig erweisen.

  • Abgeschlossener Kauf Kryptozahlungen sind vor allem eins: endgültig. Grund dafür ist, dass keinerlei persönliche Informationen des Käufers preisgegeben werden. Kunden profitieren also von der Anonymität, Händler hingegen von endgültig abgeschlossenen Verkäufen. Rückerstattungen, Retouren oder andere Rückbelastungen entfallen dementsprechend. In gewisser Hinsicht können sich Onlinehändler so also auch vor betrügerischen Käufen schützen.
  • Zahlungen aus jedem Winkel der Welt möglich Kryptowährungen können über alle Ländergrenzen hinweg verwendet werden. Zentralbanken fallen weg, alle Transaktionen werden innerhalb einer Blockchain erfasst und gespeichert. So spielt es keine Rolle mehr, aus welchem Land ein Käufer kommt und der Zahlungsvorgang kann schnell und unkompliziert vonstattengehen. Da so Zahlungen gänzlich ohne Banken stattfinden können, sind die Transaktionen in der Regel nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger, da keine Gebühren anfallen.
  • Mehr Sicherheit für Kunden Kryptowährungen werden in der Regel von keiner Regierung oder Organisation kontrolliert. Sämtliche Transaktionen sind transparent und können eingesehen werden. Allerdings ist die einzige Information, die öffentlich eingesehen werden kann, der jeweilige Standort des Käufers. Alle anderen Informationen werden ausgeblendet. Wenn Käufer mit Kryptowährungen bezahlen, können sie sich sehr zuverlässig vor Identitätsdiebstahl oder dem Abfangen von Kreditkartendaten schützen. Manipulation oder Fälschung von Kryptowährungen sind nahezu unmöglich.
  • Nicht überall offizielles Zahlungsmittel Noch gelten Kryptowährungen vielerorts nicht als offizielles Zahlungsmittel, Notenbanken sehen die digitalen Währungen meist kritisch. Für Onlinehändler ist es daher in jedem Fall ratsam zu klären, welche Bestimmungen und Gesetze im jeweiligen Land gelten.
  • Starke Volatilität Der wohl prägnanteste Unterschied von Kryptowährungen und herkömmlichen Währungen liegt in den Kursschwankungen, hier einmal verdeutlicht anhand der Ripple Preise. Wer als Händler Kryptozahlungen akzeptiert, hat sowohl Gewinn- als auch Verlustchancen. Wenn ein Onlinehändler regelmäßig große Summen in Kryptowährungen erhält und halten muss, wiegt das Problem mehr, als wenn es sich nur um geringe Summen handelt.
  • Hoher Energieverbrauch Kryptowährungen benötigen viel Strom und hohe Rechenkapazitäten. Dies ist zwar kein explizierter Nachteil, dennoch kann sich dieser Umstand nachteilig für manche Onlinehändler auswirken, etwa wenn die jeweilige Zielgruppe besonders Umweltbewusst ist.

Fazit

Kryptowährungen sind zweifelsohne faszinierend. Ob Onlinehändler ihren Kunden die potenzielle Möglichkeit anbieten auch in diesen Währungen zu bezahlen, ist immer eine individuelle Entscheidung, die Praxis zeigt durchaus, dass es möglich ist. Nichtsdestotrotz handelt es sich noch immer um eine relativ neue Technologie, niemand kann eindeutig vorhersagen, wie sich das Geschäft mit Kryptowährungen in den kommenden Jahren entwickeln wird. Progressive Onlinehändler, welche bestenfalls selber eine Affinität für Kryptowährungen haben, können Kunden mit einer zusätzlichen Krypto-Bezahloption einen tatsächlichen Mehrwert bieten. Wer hingegen eher skeptisch ist, was Kryptowährungen im Allgemeinen betrifft, macht auch nichts verkehrt, wenn er bei klassischen Bezahlverfahren bleibt. In jedem Fall lohnt es sich die Entwicklung im Blick zu behalten.


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