Stationärer vs. Onlinehandel

Stationärer vs. Onlinehandel – So sieht die Zukunft ausLesezeit ~ 4 Min.

Beitrag aktualisiert am 14. September 2021

So steht es um die Zukunft der Innenstädte

Im Laufe der letzten Jahre kam es unter anderem durch die Coronakrise zur immer stärker werdenden Verödung von vielen deutschen Innenstädten. Geschäfte mussten schließen oder sich vom Staat helfen lassen. Statt in den Geschäften vor Ort sind die Kunden nun vermehrt online zu finden. Eine aktuelle E-Commerce-Studie zeigt, dass seit dem Ausbruch von Corona über die Hälfte der Deutschen vermehrt online eingekauft hat. Bis Ende 2021 will der Onlinehandel sogar die 100-Milliarden-Grenze knacken.

Doch bedeutet der rasante Anstieg des Onlinehandels das Aus für den stationären Handel? Diese und weitere Fragen werden in diesem Artikel mit Hilfe des Lifestyleslab-Report beantwortet.


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So hat sich das Shoppingverhalten während Corona verändert

Durch die Pandemie hat sich das Shoppingverhalten der Deutschen stark verändert. Schon allein, weil das Einkaufen im stationären Handel durch die vielen Maßnahmen und Einschränkungen kaum möglich war. Hinzu kommt, dass viele Menschen das Einkaufen vor Ort in den Geschäften vermieden haben, um dem Infektionsrisiko aus dem Weg zu gehen.

Laut einer Umfrage von Lifestyleslab wurde insbesondere Kleidung vermehrt online gekauft, wohingegen Produkte des täglichen Bedarfs (z.B. Lebensmittel und,- Getränke) weiterhin stationär eingekauft wurden. Die Mehrheit der Befragten geht während der Pandemie nie in Geschäften einkaufen, die nicht den täglichen Bedarf betreffen.

© Lifestyleslab

Warum der stationäre Handel unersetzbar bleibt

Onlineshopping ist so beliebt wie nie zuvor. Die drei Hauptgründe: Bequemlichkeit, Shopping 24/7 und Zeitersparnis. Im Jahr 2020 beliefen sich die Umsätze auf bis zu 4,8 Billionen Dollar. Trotz der steigenden Beliebtheit des Onlineshoppings können sich viele Menschen ein Leben ohne den stationären Handel und Shopping vor Ort nicht vorstellen. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) der Studie von Lifestyleslab gibt an, gerne im stationären Einzelhandel einzukaufen. Viele gehen sogar bewusst zu Einzelhändlern in ihrer Region, um sie in diesen Zeiten zu unterstützen. Und was bewegt die Menschen noch dazu, in Geschäften vor Ort einkaufen zu gehen?

  1. Persönliche Beratung: Vielen Kund*innen ist beim Shoppen vor Ort die zwischenmenschliche Komponente besonders wichtig. Das Beraten vor Ort hat einen serviceorientierten Charakter als sich über Chats oder E-Mails auszutauschen.
  2. Produkte zum Anfassen: Zwar können beim Onlineshoppen auch Produktbeschreibungen und Rezensionen helfen, sie ersetzen jedoch nicht das direkte Anprobieren und Anfassen der Produkte vor Ort.
  3. Einkaufsatmosphäre: Für viele Menschen ist eine angenehme Atmosphäre in einem Geschäft ein entscheidender Faktor. Beim Onlineshopping bleibt diese Erfahrung leider aus.
  4. Sofortige Verfügbarkeit: Ein großer Vorteil beim Shoppen vor Ort ist für viele, dass Lieferzeiten entfallen.
  5. Keine Versandkosten: Bei vielen Onlineshops ist mit Versandkosten zu rechnen. Das hält viele Kunden davon ab, online zu bestellen. Sie shoppen lieber vor Ort.

Wie sich Innenstädte in Zukunft verändern müssen

Aktuell leidet der stationäre Handel unter Umsatzrückgängen von bis zu 70 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig: demografischer Wandel, sich veränderndes Konsumverhalten, technologische Neuerungen und fortschreitende Digitalisierung. Damit die Innenstädte nicht „aussterben”, müssen die Städte und Kommunen ihre Innenstadtkonzepte überdenken und einen Kurswechsel anstreben. Es gilt sich die Frage zu stellen: Wer wohnt wo und welche Anforderungen und Wünsche haben die Menschen in den jeweiligen Städten? Um die Zentren der Städte wieder aufleben zu lassen, muss eine lebendige Mischung aus Tourismus, Restaurants und Cafés, Wohnen, Arbeiten und Kultur, aber auch Geschäften vorhanden sein. Einige zukunftsorientierte Konzepte liegen bereits vor, jetzt fehlt es nur noch an der Umsetzung.

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