Im letzten Beitrag dieser Serie ging es um die Shop-Software OXID eShop. Der heutige, letzte Beitrag vor der Auswertung, befasst sich mit der Software Magento. Die ist eine der umfangreichsten Webshops und auch hier habe ich den Blick auf die gleichen Fragen gelegt.

Magento im Vergleich

Wer einen Onlineshop eröffnen will, steht zuvor bei der „richtigen“ Wahl der Shop-Software. Und hier hat man eine Schier unglaubliche Auswahl an möglichen Anbietern für jeden Geldbeutel oder auch kostenlos. Magento hat eine große Markverbreitung und soll heute einmal im Detail vorgestellt werden.

Der Vergleich

Um einen Vergleich nicht zu unübersichtlich zu gestalten, habe ich mich für diese 5 bekannten Anbieter entschieden und jedem eine eigene Seite gewidmet. Zum Schluss kommt die Auswertung.

Magento

Die Shop-Software Magento gibt es bereits seit 2008. Die eBay-Tochter X.Commerce Business Unit übernahm die Software dann 2011 und führte sie bis November 2015. Dann übernahm das Unternehmen Permira Magento Inc. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit 375 Mitarbeiter und seinen Sitz in London.

Magento bringt einen ganze Reihe von Funktionen mit. Und auch an Suchmaschinenoptimierung (OnPage) wurde gedacht. Diese funktioniert weitgehend automatisch. Auch Google Analytics als Trackingtool ist bereits vorgesehen und so muss der Code nur hinterlegt werden.

Anschaffungskosten: Wie auch bei diversen anderen Anbietern ist Magento in zwei Versionen zu haben. Die erste richtet sich an Entwickler und kleinen Händlern, die jedoch ein gewissen Know How mit bringen sollten. Die Community-Version kann kostenlos heruntergeladen werden, bringt aber weniger Funktionen mit. Die komplette Palette findet sich in der Enterprise-Version. Diese richtet sich aber an Mittelständigen und großen Unternehmen. Die Magento-Lizenz der kommerziellen Version beginnt bei ca. 15.000 Euro je CPU-Kern und Jahr (Cloud-basierend).

2) Bedienung (Usability): Magento ist eine sehr große, mächtige Maschinerie. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Natürlich ist dann dafür auch ggf. die Enterprise-Version von Nöten. Die Einarbeitung ist Magento erfordert viel Zeit und eigentlich eine Einweisung. Da die Software so viele Möglichkeiten bietet, kann man nicht mal nebenbei die Einrichtung vornehmen. Ich selbst habe schon mit Magento gearbeitet und bin nicht selten verzweifelt. Schon die Installation ist für Leien eigentlich nicht machbar, da alles sehr komplex ist.

Magento Admin

Was das Frontend betrifft, so kommt es natürlich auf dem Webdesign des Layouts an. Hier ist natürlich alles möglich. Grundsätzlich kann man hier viel machen und glückliche Kunden erhalten.

3) Zukunftsfähigkeit: Die Shop-Software Magento bietet eine ganze Reihe von Erweiterungsmöglichkeiten. Man findet zu nahezu jedem Problem eine Lösung. Dafür gibt es ein Extension-Markt, wo etliche Extensions (Erweiterungen) auch kostenlos angeboten werden. Durch der offenen Architektur kann man aber auch einfach in den Quellcode eingreifen. Hier benötigt man natürlich Experten die Magento aus dem Effeff kennen. Ohne Erfahrung wird man früher oder später aufgeben. Und gerade wenn man erst gründet und das Budget sehr übersichtlich ist, kann das bereits das Aus sein. Magento-Experten sind sehr kostenintensiv. Stundensätze von 150,- EUR Netto sind keine Seltenheit. Wenn man weiß wie komplex die Software ist, rechtfertigt sich der Preis teilweise auch. Da es sich bei Magento nicht um einer deutschen Software handelt, ist Magento nach der Installation auch nicht für den deutschen Markt vorbereitet. Hierfür gibt es Erweiterungen die man einspielen sollte, um die deutschen Rahmenbedingungen zu erfüllen. Eine Alternative ist das „German Setup„, welches sich ebenfalls auf Magento Connect befindet.

Magento wächst mit dem Unternehmen, auch wenn es für kleine Unternehmen eigentlich zu kompliziert ist. Aber hat man Großes vor, greift man oft zu Magento. B2C und B2B ist kein Problem wie auch verschiedenen Kundengruppen die verschiedene Artikel und Preise sehen.

4) Sicherheit: Selbstverständlich ist die Nutzen von SSL-Zertifikaten auch bei Magento ohne Probleme möglich und auch dringend zu empfehlen. Nutzerdaten müssen geschützt werden. Zur Datenverschlüsselung setzt Magento auf AES-256 und den Hash-Standard SHA-256, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Selbst erstelle Zertifikate, die man auf verschiedenen Webseiten im Netz erstellen kann, unterstützt der Shop (zu recht) nicht.

Wie jede Software kann auch Magento Sicherheitslücken enthalten. Sobald diese erkannt werden, gibt es über dem Admin-Bereich einen Hinweis und man kann sich direkt bei Magento auf der Download-Seite Updates laden. Je nach Schwierigkeitsgrad kann die Installation einen Fachkundigen Dienstleister erfordern. Das gleiche gilt für Erweiterungen. Diese werden im Forum bekannt gegeben. Leider sollten Nutzer der englischen Sprache mächtig sein. Sonst stößt man schnell an sprachliche Grenzen.

Wie die meisten anderen getesteten Shop-Programme auch, bietet Magento ebenfalls die Möglichkeit, Rechte an einzelne Benutzer individual zu setzen. Gerade Mitarbeiter oder Dienstleister benötigen nicht volle Admin-Rechte. Sie müssen nur ihren Bereich sehen. Das ist aber kein Problem mit der Software.

Fazit

Wie bereits erwähnt, bedarf es einer gewissen Einarbeitung in das Shop-System. Die Bedienung ist sehr komplex, da es unzählige Möglichkeiten gibt. Das Programmieren erfordert umfangreiche PHP-Kenntnisse sowie Erfahrungen mit Magento und dem Zent Framework. Die hohen Hardware-Anforderungen sowie die Kosten, die für das Server-Hosting entstehen, sind recht hoch. Für Magento kann man kein „Billig-Hosting“ verwenden. Es empfiehlt sich hier eher ein eigener Managed Root-Server (VServer nur mit sehr hoher Leistung). Das Layout kann ebenfalls hohe Kosten mit sich bringen. Auch hier bedarf es viel Erfahrung. Ich hab damals auf ein vorgefertigtes Template zurück gegriffen, wo dann selbst die Anpassung nicht gerade einfach war. Das Layout kann schnell zum Kostentreiber werden, denn je umfangreicher das Layout, umso kostenintensiver die Umsetzung. Dies gilt zwar auch generell für andere Shop-Hersteller, hier ist aber alles komplexer und deswegen zeitintensiver.

Nicht erwähnt habe ich, dass man Magento auch als Multishop verwenden kann. Man hat also einen Admin-Bereich, aber mehrere Shops. Hier wird es natürlich ganz komplex, aber eine tolle Möglichkeit. Da sich die Shops im Hintergrund eine Datenbank teilen und einen Admin, müssen sich Kunden nur ein Mal anmelden und können alle eigenständigen Shops nutzen.


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